Nordlichter wandern in den Stubaier Alpen
Der Stubaier Höhenweg führt durch das Hochgebirge der Ötztaler Alpen. Entlang einer Kette von Dreitausendern bieten sich grandiose Ausblicke auf schneebedeckte Gipfel und Gletscherflächen. Mit den Bergseen dazwischen ergibt sich insgesamt eine eindrucksvolle Bergkulisse, die ihresgleichen sucht.
Ende Juli 2025 trafen sich acht Nordlichter in Neustift im Stubaital. Von dort aus starteten sie, um die acht Etappen der 77 Kilometer langen Strecke des Stubaier Höhenwegs zu bewältigen und dabei Eindrücke der alpinen Erlebniswelt zu sammeln. In einer Gesamtgehzeit von 35 Stunden wurde das Stubaital umrundet und dabei knapp 6.000 Höhenmeter bewältigt.
Mit einem Schwierigkeitsgrad von T4 auf der SAC-Skala kamen auf die Teilnehmenden doch schon recht große Herausforderungen zu. Galt es doch, raues Steilgelände, Blockfelder, einfache Kletterstellen und Schrofen auf alpinen Höhenwegen bis zu 1.000 Höhenmeter täglich zu überwinden. Alpine Erfahrung gepaart mit einer angemessenen Wanderausrüstung, guter Trittsicherheit und einer guten Vorbereitung machen das Überwinden dieser Strapazen jedoch leichter. Der Weg ist in der Regel zwar gut markiert und gesichert. Die große Anzahl an ausgesetzten Stellen und kleineren Klettereien zeigt einem jedoch recht schnell auch mal die eigenen Grenzen auf.
Die Berghütten sind im Stubaital wie auf einer Perlenkette aufgereiht. Übernachtet wurde auf der Innsbrucker Hütte, der Bremer Hütte, der Nürnberger Hütte, der Dresdner Hütte, der Neuen Regensburger Hütte, der Franz-Senn-Hütte und der Starkenburger Hütte. Von einem urigen Matratzenlager bis zur Hütte mit Hotelkomfort war alles dabei vertreten. Hervorzuheben ist die Neue Regensburger Hütte, in der konsequent nur veganes Essen angeboten wird. Das schmeckt gut und macht auch satt!
Der Wettergott war uns zunächst nicht wohlgesonnen und die ersten Tage waren von einem grau verhangenen Himmel, aus dem es mal mehr, mal weniger regnete, geprägt. Im zweiten Teil der Wanderung dominierte dann die Sonne am Firmament, so dass die Sonnencreme nicht umsonst im Gepäck war.
Da Ende Juli und Anfang August die Hauptreisezeit in den Alpen ist, waren fast alle Hütten ausgebucht. Natürlich hatten wir unsere Schlafplätze vorgebucht. Aufgrund des anspruchsvollen Weges waren jedoch keine Heerscharen von Bergwanderern anzutreffen, und die Routenwahl gegen den Uhrzeigersinn tat ein Übriges dafür, dass wir meist unter uns waren.
Am Ende der Tour in Fulpmes war bei den Teilnehmenden die Anstrengung der letzten Tage zu spüren und manch einer war froh, jetzt ein paar Tage Ruhe und Erholung zu finden. Die Rückschau auf die Runde im Stubaital fiel aber doch überwiegend positiv aus.
Text: Kai Vermehren